Gorilla-Management 6/6: Umgang mit Alphas


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Wie geht man also mit ihnen um? Kommen wir dazu nochmal kurz zur Typologie zurück (Details/Erläuterungen im dritten Teil).

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Sie sehen es an den Schlagworten:

Echte Alphas

Leider schwer, vor allem bei den kranken unter ihnen. Ich behaupte: Es gibt kein Rezept, um mit solchen Leuten – auf Dauer – gut umzugehen. Halten Sie sich von ihnen fern!

Ich bin dreimal bei meinen Arbeitgebern in die Nähe von solchen richtig Kranken gekommen. Zwei von ihnen wollten mein Chef werden (was ich wohlweislich – aus genau diesem Grund! – abgelehnt hatte), und den dritten hatte ich in meiner Linie als Chef (das hatte ich zu spät erkannt).

Ansonsten: Ich hatte oben das Thema „Respekt“ erwähnt. Dafür habe ich auch ein schönes Beispiel:

Zu Gorilla Nr. 3 aus meinen Beispielen im zweiten Teil, mit dem ich mich angelegt hatte, hatte ich nach dieser Geschichte ein gutes Verhältnis. Was soll ich sagen? I had made my point. Eine knappe Stunde später rauchten wir Friedenspfeife, und von da an machte er erstens dergleichen nie wieder, und zweitens respektierte er mich nun, und damit war ich in seinen Augen aufgestiegen. Bis dahin, glaube ich, mochte er mich „nur“ – so wie man ein Hündchen mag. Nun war ich ein ernst zu nehmender Gesprächspartner (auf Augenhöhe natürlich noch nicht, Gorilla bleibt Gorilla). Und ja, es war ihm auch klar geworden, dass er mich brauchte. Gorilla klug, uga!

Jedenfalls, für mich ganz typisch: Die einzig mögliche Art, sich bei Alphas Respekt zu verschaffen (wenn überhaupt), ist, Zähne zu zeigen (oder weniger korrekt ausgedrückt: Zu zeigen, dass man auch Eier in der Hose hat!)

Möchtegern-Alphas

Wie gehen wir mit den Möchtegern-Alphas um? Relativ einfach: Überraschen Sie sie mit „harten Returns“. Ich praktiziere Folgendes seit Jahren mit Erfolg:

Ich bin von Natur aus ein eher ruhiger und zurückhaltender Typ (ich sehe Durchsetzungsstärke und Gorilla-Gehabe als verschiedene Dinge an). Das führt häufig dazu, dass ich in dieser Hinsicht unterschätzt werde, gerade unter Beratern.

Die Möchtegern-Alphas, die mich noch nicht lange kennen, lasse ich gerne „ein wenig kommen“; sie fangen an, mich falsch einzuschätzen und mich möglicherweise blöd anzugehen. Das lasse ich mir (in kleinen, unbe­deutenden Fällen) vielleicht ein- oder zweimal gefallen, ohne eine große Sache daraus zu machen. Oft fühlen sie sich dann sicher und meinen, ein perfektes Opfer in mir gefunden zu haben – und beim dritten Mal, wenn sie dann „die Deckung unten“ haben, gibt’s aber eine heftige Reaktion von mir! Dann schnappe ich mir die betreffende Person und knalle ihr richtig harte Sachen an den Kopf, die sie nie von mir erwartet hätte (das muss dann natürlich schon auch überzeugend kommen).

Häufig beobachtete, typische Reaktion in solchen Fällen:

  • Kinnlade runter, ungläubiges Schauen, keine Worte mehr finden (Stammeln)
  • Abrupter Abbruch der Konversation, Flucht
  • Danach: Deutlicher Respekt, Grenzen werden künftig respektiert.
  • Manchmal auch: Gesichtswahrendes Deklarieren des Vorfalls als „Missverständnis“

Sache erledigt. So einfach ist das mit den Möchtegerns.

Falls Sie das so nicht machen können / möchten: Auch nicht schlimm. Wie wär’s damit: Hetzen Sie einen echten Alpha (am besten einen kranken, s. Typologie oben) auf Ihren Freund, und machen Sie es so, dass er mit bekommt, dass Sie es waren. Er wird Sie zwar für den Rest seines Lebens hassen, aber eben auch künftig einen weiten Bogen um Sie machen.

Übrigens, für diejenigen, die mich nicht kennen: Ich selbst sehe mich (halb scherzhaft, halb ernst) als „Beta-Plus“. Für die habe ich noch keine Systematik gemacht…


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