Gorilla-Management 1/6: Typische Kennzeichen

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Arbeiten Sie in einer Organisation, in der Gorilla-Management dominiert? Sie können es einfach herausfinden, hier ein paar typische Kennzeichen:

  • Auffälliges Dominanz-Gebaren der Alphas (meistens sind es Männchen, daher verwende ich künftig immer die männliche Form, auch wenn wir alle die eine oder andere Ausnahme kennen): Jeden Tag, bei wirklich jeder Gelegenheit, muss deutlich gezeigt werden, wer hier der Boss ist, damit es auch ja keiner übersieht: Laute Stimme, Rechthaber-Ton, den anderen nicht ausreden lassen, sich bei Widerspruch sofort provoziert fühlen, bei allem das letzte Wort haben müssen, häufiger Gebrauch von „basta“-Schlüssen, „Cowboy“- und Gorilla-Körpersprache, deutlicher Hang zu „dramatischen“ und „königlichen“ Auftritten samt Entourage, aggressive Rhetorik, usw. usw.
  • Das Alpha-Männchen hat immer recht, weil es eben der Boss ist, und weil es selbstverständlich auch immer am besten in der Sache Bescheid weiß.

  • Das Alpha-Männchen hält sich eine Entourage von Ja-Sagern. Leute, die auch mal widersprechen und eine eigene Meinung haben, werden im eigenen Team entweder nicht geduldet oder zum Hofnarren gemacht. In anderen Teams werden sie allenfalls als „Nachbar-Fürsten“ geduldet, die man respektiert, aber nicht schätzt. Beim Kunden und weiter oben in der Hierarchie… nun ja, da muss man sie halt ertragen, aber da kommt es dann zu skurrilen Chaplin-Szenen (dazu kommen wir noch).
  • Die „Aufsteiger“ unter dem Alpha-Männchen kopieren auffallend deutlich das Verhalten des Bosses (vornehmlich in seiner Abwesenheit); es entsteht ein Zoo von Möchtegern-Alphas. Wer nicht mitmacht, wird als Weichei abgetan und nicht ernst genommen.
  • Über das Privatleben des Alpha-Männchens erfährt man entweder jeden Scheiß, der einen nicht interessiert – oder nichts. In jedem Fall: Es findet sowieso praktisch nicht statt, weil es alle Hände voll zu tun hat, sein Revier zu verteidigen.
  • Respekt kann man sich beim Alpha-Männchen nicht mit fachlichen Leistungen erarbeiten. Intelligenz wird nur geschätzt, wenn sie sich nicht in „scheißklugen“ Kommentaren äußert, sondern direkt und unmittelbar zum Ruhme des Alphas eingesetzt werden kann.
  • Starkes Geltungsbedürfnis, z.B. durch ständiges Zur-Schau-Stellen von Statussymnbolen (der fette Schwanzverlängerer-Sportwagen ist da natürlich ganz weit vorne).
  • Übermäßig raumeinnehmendes Verhalten (etwa: Rauchen im Rauchverbot, lautes Herumplärren in ruhiger Umgebung, Motor vom Porsche hochjagen wegen 200 m freier Straße in der Stadt).

Kommt Ihnen bekannt vor, oder?


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