Pragmatisch, realistisch, kompromissbereit (3/5)


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Realismus

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Jede Kultur in jeder Zeit hat ihre Helden. Wir (“Westler”, frühes 21. Jhdt.) haben sie auch. Einer von ihnen ist z.B. Steve Jobs. Jobs, unser aller Super-Visionär, der sich weigerte, “realistisch” zu bleiben und einfach tat, was er für richtig hielt, weil er da gewisse Visionen hatte (und gegen Ende seines Lebens auch deshalb, weil er wusste, dass er nicht mehr viel Zeit hatte und deshalb seine ohnehin gering ausgeprägte Kompromissbereitschaft nahezu vollständig verschwand). Am Ende behielt er jedenfalls nicht nur Recht, sondern feierte sogar einen spektakulären Erfolg nach dem anderen. Oh, was für ein toller Mann er doch war, halleluja!

Die Buchläden sind voll von Motivations-Literatur und Biografien unserer Helden und Gurus. Wir sollen kreativ sein, querdenken, out of the box denken, uns nicht vorschnell von den vermeintlichen Sachzwängen einschüchtern lassen usw. usw.

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Pragmatisch, realistisch, kompromissbereit (2/5)


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Im letzten Teil hatte ich bereits etwas zu diesen drei Schlagwörtern geschrieben; dort über die politisch missbräuchliche Art und Weise, mit der sie häufig als Waffe eingesetzt werden.

Aber zu diesem Thema ist natürlich mehr zu sagen als nur der eine letzte kleine, sarkastische Beitrag. In diesem und in den folgenden Teilen (ich möchte es etwas ausführlicher machen, daher wird es etwas länger) will ich auf den eigentlichen, unverfälschten Sinn dieser Schlagworte eingehen – und darauf, dass sie auch in anderem – sozusagen im “nicht-taktischen”, “nicht-manipulativen” Kontext nicht immer passend sind.

Bleiben wir dazu mal im Geschäftsleben (unserem Anker im ersten Teil), denn dort stoßen wir ja ganz besonders häufig darauf: “Pragmatisch” müssen wir die Dinge angehen, “realistisch” müssen wir bleiben, und “kompromissbereit” sollen wir sein. Sonst kriegt man ja nichts gebacken. Perfektion ist etwas für lebensferne Akademiker und Theoretiker, Visionen können sich nur ganz wenige leisten, und wenn man immer nur mit dem Kopf durch die Wand und seinen Willen durchsetzen will, dann erreicht man bestenfalls einen Pyrrhus-Sieg.

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Pragmatisch, realistisch, kompromissbereit (1/5)


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Vielleicht geht es Ihnen so wie mir: Haben Sie sich nicht auch schon zig-mal über Leute geärgert, die in einer Mischung aus Rücksichtslosigkeit (manchmal auch Naivität) Ihre Interessen gegen alle anderen durchsetzen, indem sie mit Regeln und Tabus operieren, die im gesellschaft­lichen und geschäftlichen Leben gelten?

Sie kennen alle einen der Klassiker dieser Masche: Klingelt einer an Ihrer Tür und fragt: “Wir machen eine Umfrage: Haben Sie etwas gegen entlassene Strafgefangene?” Und wenn Sie jetzt so unvor­sich­tig sind, “nein” zu sagen, dann sind Sie schon in der Falle, kommen nicht mehr ohne ein Zeitschriften-Abo weg. Es ist klar: Der Mensch, der Ihnen dieses Abo angedreht hat, ist durch eine spezielle “Schulung” gegangen, in der man ihm beigebracht hat, an die besseren Instinkte des Menschen zu appelieren – und die erwartbare Reaktion darauf dann zu missbrauchen.

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Gorilla-Management 5/6: Mythen


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Ziemlich viele Mythen ranken sich um Alpha-Männchen. Googeln Sie mal ein bisschen, oder schauen Sie, was man bei YouTube so zu diesem Thema als Top-Treffer findet. Das schwankt zwischen putzig und richtig erschreckend!

Weit vorne bei den Mythen ist die sog. “Great-Man-Theory”, wonach die Geschicke einer Firma oder gar ganzer Nationen, überhaupt der ganzen Weltgeschichte, hauptsächlich von herausragend mutigen, starken und visionären Führungs-Persönlichkeiten bestimmt wird (all unsere Lieblingshelden aus den Hollywood-Filmen). Dass wir all den Fortschritt, unsere Freiheit, aber auch unsere Probleme nur unseren Gorillas zu verdanken hätten (fragt sich nur, ob Freund- oder Feind-Gorilla). Dass man überhaupt nur als Gorilla etwas bewirken könne. In allem, vielleicht von ein paar Ausnahmen abgesehen.

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Gorilla-Management 4/6: Schäden


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Ich wage nicht, daran zu denken, wie viele Milliarden jährlich zum Fenster heraus geschmissen werden, weil irgendwo weiter oben mal wieder so ein (Möchtegern‑)Silberrücken sitzt, der angeblich sein Gesicht nicht verlieren darf bzw. unbedingt täglich sein kleines Ego gestreichelt haben muss. Jeder weiß, dass die Sache in die falsche Richtung geht, aber es muss trotzdem so gemacht werden, weil Uga-Uga-Boss beweisen muss, dass er alles besser weiß. Und der Boss darf nicht angezweifelt werden. Ich selbst habe mehr als genug solcher Fälle aus der Nähe beobachtet, und ich bin sicher, Sie auch.

Verdammt teure Gesichter sind das, die diese Alphas haben!

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Gorilla-Management 1/6: Typische Kennzeichen

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Arbeiten Sie in einer Organisation, in der Gorilla-Management dominiert? Sie können es einfach herausfinden, hier ein paar typische Kennzeichen:

  • Auffälliges Dominanz-Gebaren der Alphas (meistens sind es Männchen, daher verwende ich künftig immer die männliche Form, auch wenn wir alle die eine oder andere Ausnahme kennen): Jeden Tag, bei wirklich jeder Gelegenheit, muss deutlich gezeigt werden, wer hier der Boss ist, damit es auch ja keiner übersieht: Laute Stimme, Rechthaber-Ton, den anderen nicht ausreden lassen, sich bei Widerspruch sofort provoziert fühlen, bei allem das letzte Wort haben müssen, häufiger Gebrauch von „basta“-Schlüssen, „Cowboy“- und Gorilla-Körpersprache, deutlicher Hang zu „dramatischen“ und „königlichen“ Auftritten samt Entourage, aggressive Rhetorik, usw. usw.
  • Das Alpha-Männchen hat immer recht, weil es eben der Boss ist, und weil es selbstverständlich auch immer am besten in der Sache Bescheid weiß.

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